Interview #2 Dajana

25. August 2019 0 Von SteMa

Vor einiger Zeit ging ein Raunen und Staunen durch Social Media als Dajana Laube all ihre Kreativität zusammennahm und ihre eigene Stellenausschreibung formulierte und diese über eine eigene Homepage in die Öffentlichkeit trug.

In der heutigen Zeit, in der der tradionelle Bewerbungsweg oft neu durchdacht wird, stellt Dajanas Aktion die neuen und modernen Möglichkeiten einer Bewerbung in der digitalen Welt dar.

Der Arbeitgeber erhält einen Gesamteindruck des Bewerbers auf der eigenen Website – dies ist sicherlich ein mutiger und auch extrovertierter Weg, um einen passenden Arbeitgeber zu finden, aber durch Social Media erhält der Bewerber dadurch eine enorme Reichweite und Sichtbarkeit. Ich habe mit Dajana über ihr Projekt und ihre Zukunft gesprochen.

Hallo Dajana, warum könnte man dich als Jumper bezeichnen?

„Weil ich nach sechs Jahren Arbeiten im Bereich eCommerce und Online Marketing beschlossen habe, eine neue Richtung einzuschlagen: Ich möchte die Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten und damit auch die digitale Transformation in Deutschland vorantreiben. Das Wasser könnte sich nicht kälter anfühlen. Ich bin wohl ein Jumper.“   

In diesem Jahr hast du einen besonderen Weg gewählt, um einen neuen Job zu finden – kannst du uns davon erzählen?

„Ich habe mir das Know-How aus meinem letzten beruflichen Leben zur Hilfe genommen, um eine Website zu erstellen, die mir bei der Jobsuche hilft. Meine bisherigen Bemühungen auf dem klassischen Weg etwas passendes zu finden, waren vergebens. Ganz zu schweigen davon, dass ich kein Fan klassischer Bewerbungsprozesse bin. Unabhängig davon habe ich meine Werte, meine Stärken und Fähigkeiten, meine Expertise, meine Interessen und meine Leidenschaft ergründet. All das habe ich genutzt, um meine persönliche Vision, meine “reason why” zu entwickeln: Mir liegt es am Herzen, Deutschland fit für das Digitale Zeitalter zu machen und mehr Menschlichkeit in der Arbeitswelt zu fördern.

Aus dieser Vision wiederum habe ich meinen persönlichen Traum-Aufgabenbereich abgeleitet. All das habe ich auf meine Website gepackt und habe auch beschrieben, welchen Mehrwert mein Profil und mein Aufgabenbereich für meinen zukünftigen Arbeitgeber hat. Die Website verdeutlicht meiner Meinung nach ganz gut, dass das Wissen, das man im letzten Berufsleben gewonnen hat, immer auch einen Nutzen für das neue Berufsleben hat.“

Wie hast du für dich herausgefunden, was deine perfekte Stellenausschreibung ausmacht?

„Durch die Ergründung meiner Werte, meiner Stärken, meinem Know-How, meinen Interessen und dessen, was mich begeistert. Genauso durch viele Erfahrungen, die mich lehrten, was ich nicht möchte und damit auch, was ich möchte.“

Wie sind die Reaktionen von Unternehmen auf diese Art der Bewerbung?

„Die Unternehmen haben bisher sehr wertschätzend reagiert. Sie spricht die Authentizität und das out-of-the-box Denken an und, dass es mal etwas anderes ist.“

Ist deine Jobsuche durch die eigene Website leichter?

„Ja, in der Tat! Viele der Gespräche darf ich führen, weil jemand aufgrund meines Webauftritts Kontakt mit mir aufgenommen hat. Was mir besonders dabei gefällt ist, dass diese Gespräche nur wenig mit klassischen Bewerbungsgesprächen zu tun haben. Sowohl von der Agenda als auch vom Spaß- und Inspirationsfaktor!

Ein weiterer großer Pluspunkt: Die Website filtert die Unternehmen raus, denen mein Mindset, meine Offenheit, meine Arbeitsweise und meine Ambitionen nicht zusprechen. Damit hoffe ich nicht in der Probezeit feststellen zu müssen, dass wir kein gutes Match sind.“

Wie stellst du dir deine perfekte Arbeitsumgebung vor?

Die perfekte Arbeitsumgebung gibt es nicht und das ist auch ok. Wichtig ist mir, dass die Einzigartigkeit von Menschen wertgeschätzt und gefördert wird. Genauso wichtig ist es mir, meinen persönlichen purpose leben zu können. Ich suche ein Unternehmen, dass den Kunden in den Mittelpunkt datengetriebener, langfristig orientierter Entscheidungen stellt und die Chancen des Digitalen Zeitalters nutzt. Ich blühe auf, wenn mir Gestaltungsfreiheit geboten wird und ich mit Kolleg:innen zusammenarbeite, die motiviert sind, Drive haben und zum Lachen nicht in den Keller gehen. Ein absolutes No-Go ist ein*e Vorgesetzte*r, die/der noch die alte Managementschule lebt. Ich suche einen modernen Leader mit digitalem Mindset.

Was wünschst du dir für die Arbeitswelt der Zukunft?

„Ich wünsche mir, dass ein mitarbeiterorientierter Wandel der Kultur, des Mindsets und Skillsets gelungen ist, dass Ängste vor dem Digitalen Zeitalter abgebaut und Begeisterung geweckt werden konnte. Aus “Customer Centricity” wurde “Human Centricity”, so dass die Mitarbeiter:innen als Menschen im Fokus stehen. Menschlichkeit, in Form von z.B. Wertschätzung und Kollaboration statt Ellenbogen, ist fester Bestandteil der gelebten Kultur. Individuelle Stärken und Fähigkeiten werden genauso gefördert wie menschliche Kompetenzen wie z.B. Kreativität, Empathie und Arbeiten mit Sinn.“

Was rätst du anderen, die noch nicht genau wissen, was sie beruflich wollen und denen die Veränderung und Neuorientierung schwer fällt?

„Um das zu ergründen halfen mir u.a. Fragen wie: Was begeistert dich? Was treibt dich an? Wofür brennst du? Womit beschäftigst du dich pausenlos? Worüber redest du ständig mit anderen? Und ich kann auch sagen, dass es völlig normal ist, dass eine Veränderung nicht so leicht fällt wie es Stillstand täte. Das ist menschlich. Du hast die Wahl und ich verspreche: Es ist jede Mühe wert! Wir leben in einem Zeitalter, das vom lebenslangen Lernen geprägt ist und gleichzeitig (kostenfreien) Zugang auf das Wissen der Welt anbietet. Eine bessere Zeit für eine Umorientierung gibt es nicht.“

Hast du bereits einen Job dadurch gefunden oder lässt du dir bewusst Zeit, den RICHTIGEN zu finden?

„Zwischenzeitlich hatte ich einen Job gefunden. Spannendes HR-Tech-Startup, inspirierende, visionäre Gründer:innen, spannende Aufgaben im Bereich Community Management sowie persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Meinen Aufgabenbereich durfte ich mir sogar selbst abstecken. Leider hat es zum Schluß dann doch nicht geklappt.

Daher bin ich nun seit Juni erneut auf Jobsuche und nehme mir die Zeit, die es braucht, um ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem ich mich langfristig wohlfühlen kann.“

Ich danke dir für den spannenden Einblick!

Dajana zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt, seinen Weg zu gehen und den Job zu suchen, der zu einem passt – auch, wenn man vorab ergründen sollte, was einen wirklich umtreibt. Dajana hat das herausgefunden und ist sicher ein tolles Vorbild für viele!

Wer mehr über Dajana wissen möchte und auch ihre Stellenausschreibung lesen will, findet alle Infos unter www.dajanalaube.de